NEUWIRTH JOUR FIXE 2026
LIEBE JOUR-FIXE-FREUNDINNEN UND -FREUNDE!
Viele Monate lang konnte ich keine neuen Webseiten erstellen oder alte aktualisieren. Dies war darauf zurückzuführen, dass mein alter Computer das Hochladen von Webseiten überraschend verweigert hat. Vor kurzem habe ich einen neuen Computer erworben, das Einarbeiten in die komplexen Anforderungen braucht natürlich Zeit. Jetzt hoffe ich, dass ich es geschafft habe! Daher folgt jetzt das Programm für 2026, das in Details noch entsprechend ergänzt wird.
Veranstaltungsort: Robert's Alt-Sievering (Sieveringer Straße 63)
Veranstaltungszeit: ab 17 (Abendessen), Vortrag ab ca. 18.45
Verkehrsverbindungen: S 45 bis Oberdöbling, dann Bus 39A (bis Daringergasse), oder
Straßenbahn 38 (bis Sieveringerstraße), dann Bus 39A
Eintrittsgebühr: keine, Konsumation obligatorisch
TERMINE 2026
14. Jänner 2026: Dr. Bettina Levin (Sehma, Deutschland): Perltaschen aus dem sächsischen und böhmischen Erzgebirge.
18. März 2026: Feier zum 85. Geburtstag (16. März) von Dr. Waltraud Neuwirth
8. April 2026: Peter Rath: Die ersten elektrischen Kristallluster der Welt für die Hofburg in Wien
Es ist eine spannende Geschichte ! Fast täglich tauchen dazu neue Erkenntnisse auf.
Kaiser Franz Josef hatte, nach dem katastrophalen Ringtheaterbrand, Gas in den Räumen der Hofburg verboten, es waren hier die aus 1690 stammenden Luster des Meisters Metelino mit ihren Bergkrisstallbehängen und noch mit Wachskerzen in Verwendung.
Im Jahr 1881 kam Charles Bachelor von der Edison Company mit Werner Siemens und mit Nikola Tesla durch Wien, auf dem Weg nach Budapest, wo Tesla experimentierte. Der Kaiser hielt sie an, mit seinem Hoflieferanten Lobmeyr eine neue elektrische Beleuchtung zu entwickeln. Das Theater in Brünn wurde als erstes Theater der Welt mit Edisonlampen erfolgreich und festigte die Entscheidung.
Die Kohlenfadenlampen der ersten Stunde hatten noch keine Schraubfassung und mussten gezwickt hängend montiert werden. Ludwig Lobmeyr entwarf nun 1882, zusammen mit den Experten, das erste historische Lustermodell mit Nummer 42../10 Gl und dann den ganzen Satz der riesigen Luster für die Redoutensäle, dem Ballsaal der Hofburg mit all seinen Nebenräumen. Das kleine historische Erstmuster ist heute noch in Familienbesitz.
Da Lobmeyr keine eigene Werksstätten betrieb, sind wir heute überzeugt, dass die Herstellung der Gestelle und elektrischen Installationen nur in der Lusterfabrik Elias Palme in Steinschönau hätten erfolgen können. Elias verfügte bereits 1876 die erste Dampfmaschine in der Monarchie und war 1881 mit den ersten Generatoren der Einzige, der den so dringenden Auftrag hätte liefern können. Palme war schon bekannt für die Gasluster aus gepreßten Massivglasteilen, die man später umbaute und eben elektrifiziert hat. Glasteile kamen aus eingeführten Betrieben im Raum Gablonz, die Glühlichter wohl schon von der Wiener Lampenfabrik Egger & Kremenetzky. Die Luster wurden pünktlich zum Hofball 1883 montiert, dies auch im Jahr der Wiener Internationalen Elektrischen Ausstellung – hier eine Seite mit Lampen aus dem Katalog. Der Figaro in Paris schrieb dazu „...zum Ball in der Wiener Hofburg erstrahlte der Saal mit dem Licht aus über 500 Glühlichtern des Herrn Edison“. Beim Brand von 1992 sind fast all diese Luster vernichtet worden. Sie wurden nicht mehr rekonstuiert.
Als nunmehriger Marktführer erbaute Elias 1905 seine erste Kompakt-Lusterfabrik, die oben am Berg, der wie in anderen Orten Nordböhmens von einem Schloss gekrönt wird. Das Kapitel „Eliaska Foundation“ wird in einem anderen spannenden Vortrag beschrieben.
Ludwig Lobmeyr stieg spontan und höchst erfolgreich in den Entwurf und in die Lieferung elektrischer Luster ein. Eine Werkzeichnung eines Rokokolusters Nummer 699 mit Wachskerzen zeigt einzelne, versteckt hängende Glühlichter. Ein Bild aus der Londoner Zeitschrift Punch zeigt Damen bei einem Hauskonzert mit Sonnenschirmen gegen die allzu grelle elektrische Beleuchtung.
Die nächste Pionierleistung beinhaltet dann 1886 die in venezianischer Art gelieferten Luster für das Neue Wiener Rathaus. Sie sind nach Entwurf vom Bauarchitekten Friedrich von Schmidt gestaltet und wohl die ersten Luster in Wien, die mit der Edison Schraubfassung E-27 ausgestattet wurden. Das Rathaus war als erstes großes Gebäude mit einem eigenen E-Werk im Keller ausgestattet – mit Dampfmaschinen und Generatoren – aber auch in allen Räumen mit Leitungen und daher möglicherweise erstmals mit Wandsteckern für Arbeitslampen.
Die Biographie des aus Budapest stammenden Elektrogeräte-Erfinders Bela Egger, die Dr. Eschner, sein Nachkomme, erforscht, schildert dessen Montagearbeit bei der Hängung der Lobmeyr-Luster in der für die Kaiserin 1885 gebauten Hermesvilla und eben im Rathaus.
Typisch für diese Geburtsstunde der neuen Lichtquellen waren Hybride. Es sind Luster noch mit Wachskerzen, wie hier im Winterpalais des Prinzen Eugen, mit nur vier Edisonlampen oben in der Krone. Aber auch bei vorhandenen Gaslustern konnten die Rohre nun für die Einleitung von Kabeln den Umbau auf elektrisch ermöglichen. Weitere Aufträge für die Zimmer der Hofburg erfolgten, etwa für das Arbeitszimmer des Kaisers mit stehenden Lampen, noch in alten Steckfassungen. Auch kostbare antike Objekte, wie jene von Metelino, wurden absurd, nun statt mit Kerzen mit wieder stehenden ersten Metallfaden-Lampen elektrifiziert.
Ein nächster Durchbruch, den wir hoffentlich mit der Aufarbeitung der Produktion Egger und seiner Firma Tungsram datieren werden können, ist das Erscheinen der Kerzen-Glühlampe mit dem Edison Schraubsockel E-14. Die ermöglichte völlig neue Wege, bot aber nicht wirklich einen Beitrag zu wahren Geschichte der historischen Kristallluster. Hier ein Luster im Stil Kaiser Karl VI, das Foto zeigt frühe Kerzenlampen, oder eine Kopie eines Maria Theresia-Lusters mit diesen „Erfolgslampen“ aus dem Salon der Kaiserappartements.
Heute besucht man als Tourist die ehemaligen Kaiserzimmer – hier die private Hoftafel, auf einem alten Foto – und hat heute ein völlig anderes Beleuchtungserlebnis dieses Raumes als 1889.
Auch bei Lobmeyr ist die Zeit elektrisch geworden, nur Erlebnisse wie das volle Kerzenlicht auf Schloss Eggenberg oder Lichtexperimente mit Siegrun Appelt überzeugen uns, dass wir Anstand pflegen müssen, anstehen lernen wieder. Die richtige Beleuchtung wird über die Planung der Schatten im Raum erzielt, das a u s –leuchten, sagt das Wort schon, ist ein Ausblenden der guten Architektur. So habe ich mein Lusterbuch „Möbel der Lüfte“ geschrieben, aber finde selbst in der eigenen Firma nicht nur offene Ohren, die offenen Augen, die vor der elektrischen Blendung zu schließen sind. Light & Glass ist eine Plattform, sie wird in der Zeit des elektrischen Notstandes uns den richtigen Weg weisen.




6. Mai 2026: Dr. Helga Maria Wolf und Doris Wolf: Florales für Feste und Feiertage. Europäische Bräuche – Japanische Blumenkunst
Pflanzen sind bei Bräuchen und Festen in allen Kulturen nicht wegzudenken. In Japan,
wo Buddhismus und Shintoismus weit verbreitet sind, spielt die Naturverbundenheit eine besondere Rolle. Die traditionellen Künste sind eng mit dem Zen-Buddhismus verbunden - wie die Teezeremonie Sado, die Kalligraphie Shodo oder Kado, der Blumenweg, besser als Ikebana bekannt. Ikebana zählt zum Immateriellen Kulturerbe der UNESCO und hat als Form der modernen bildenden Kunst Anerkennung gefunden.
Von herkömmlicher westlicher Floristik unterscheidet sich Ikebana vor allem durch die Asymmetrie. Die Harmonie der Gestaltungselemente spielt ebenso eine Rolle wie Farben, Gefäße und die Raumumgebung. Die Jahreszeit und die Art, wie die Pflanzen gewachsen sind, sind zu berücksichtigen. Auch Freiräume, der "Raum für die Gedanken" sind sehr wichtig. Heute gibt es in Japan mehr als 3000 Ikebanaschulen.

Fotos: Copyright Dr. Helga Maria Wolf und Doris Wolf


Die vor 100 Jahren entstandene Sogetsu-Schule ist eine der größten, modernsten und kreativsten. Ihr Gründer war der Bildhauer und Kalligraph Sofu Teshigahara. Er gilt als bedeutendster Ikebana-Meister des zwanzigsten Jahrhunderts, erlangte als Künstler internationale Anerkennung und wurde "Picasso der Blumen" genannt. Nach seinem Motto kann Sogetsu-Ikebana "von allen Menschen, immer und überall, mit jedem Material und in jedem Gefäß" gestaltet werden.
Sogetsu-Ikebana basiert auf der traditionellen Kunst, fördert aber besonders den kreativen Freien Stil.
Sommer-Sammlertreffen:
10. Juni 2026
8. Juli 1026
5. August 2026
16. September 2026
Vortragsabende:
7. Oktober 2026: Dipl. Ing. Georg Dauth: Pilze: G’schmackig oder giftig?
Unter dem Motto „Pilze: G’schmackig oder giftig?“ dringt Georg Dauth in die faszinierende Welt der Pilze mit Fachwissen, launigen Geschichten und persönlichen Erlebnissen vor.
Der Vortrag spannt dazu immer wieder den Bogen zu der geschichtlichen Dimension des Themas, zu Mythen und Aberglauben. Auch dunkle Seiten aus dem Mittelalter werden aufgeschlagen. Mit einem Schmunzeln wird die manchmal festgestellte Rivalität von Schwammerlsuchern zum Thema gemacht, die „ihr Revier“ im Wald beanspruchen und einen Wettlauf zu gesichteten Beutepilzen beginnen.

Die zentrale Frage, wie nun die einzelnen Pilzarten zu erkennen sind, steht natürlich im Mittelpunkt. Als Kenner beschreibt Dauth die wohlschmeckendsten Vertreter ebenso detailliert wie die gefährlichsten, begonnen beim Steinpilz bis zum Knollenblätterpilz.
Wichtige Merkmale werden prägnant und auch für Neulinge der Materie verständlich zusammengefasst. Nicht fehlen dürfen die Hinweise auf hervorragende und wohlschmeckende Speisepilze, sowie jene, die genau das Gegenteil darstellen. Abschließende Begutachtung mitgebrachter Exemplare ist, je nach Möglichkeit, geplant.

Fotos: Copyright Dipl. Ing. Georg Dauth


4. November 2026: DI Philipp Revertera: Graphische Vorlagen von Wiener Porzellan um 1800 – ein Streifzug. Obwohl die Porzellanmaler unter der Direktion von Sorgenthal und Niedermeyer zur Originalität aufgerufen waren, ließen sich diese von der aktuellen klassizistischen Ornamentik und verschiedenen Motiven der Zeit inspirieren. Dabei konnten die Maler auf meist graphische Vorlagen, vor allem Kupferstiche zurückgreifen, die sich in den Beständen der Manufaktur befanden. Je nach Dessin wurden die Motive entweder direkt auf Porzellan kopiert oder kreativ variiert.
Anhand von Beispielen hauptsächlich aus seiner eigenen Sammlung spürt der Vortragende nicht nur einigen Vorlagen nach, samt deren Umsetzung auf Porzellan um 1800, sondern geht auch nach Möglichkeit auf Herkunft und die Künstler dieser graphischen Blätter ein.




Fotos: Copyright DI Philip Revertera

25. November 2026: Dr. Waltraud Neuwirth: Schwarzglas, Strass und Farbenzauber – Modeschmuck aus Gablonz 1920–1980
